Sie wollen mit Zahlen arbeiten, aber nicht in der Routine versinken? Sie suchen einen Beruf mit Verantwortung, Perspektive und Sinn? Dann ist Wirtschaftsprüfung genau Ihr Ding.
In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie Wirtschaftsprüfer:in werden – Schritt für Schritt.

Warum Wirtschaftsprüfer:in werden?
Wirtschaftsprüfer:innen sind zentrale Akteur:innen in der Wirtschaft. Sie prüfen Jahresabschlüsse, analysieren Unternehmenszahlen, bewerten Risiken und beraten ihre Mandant:innen bei strategischen Entscheidungen. Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern um Verantwortung, Vertrauen und Weitblick.
Was den Beruf besonders macht
- Verantwortung übernehmen: Sie prüfen nicht nur – Sie gestalten mit.
- Abwechslungsreicher Alltag: Kein Mandat ist wie das andere. Sie arbeiten mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen.
- Attraktive Karrierechancen: Der Beruf bietet langfristige Perspektiven, Spezialisierungsmöglichkeiten und Führungspositionen.
- Gutes Gehalt: Schon beim Einstieg überdurchschnittlich – mit Entwicklungspotenzial.
- Umgang mit Menschen: Sie lernen bei den verschiedenen Mandanten und in den Prüfungsteams viele Menschen kennen, zu denen Sie einen professionellen und kollegialen Umgang pflegen.
Der Weg zum Berufstitel „Wirtschaftsprüfer:in“
Die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder das Fachabitur bilden die Grundlage für Ihre Karriere.
Ein abgeschlossenes Hochschulstudium ist Voraussetzung. Besonders geeignet sind:
- Betriebswirtschaftslehre (BWL)
- Volkswirtschaftslehre (VWL)
- Wirtschaftsrecht
- Wirtschaftswissenschaften
Tipp: Studienschwerpunkte wie Rechnungswesen, Controlling, Wirtschaftsprüfung oder Steuern sind besonders hilfreich. Duale Studiengänge oder integrierte Praxisphasen bieten zusätzliche Vorteile.
Nach dem Studium sammeln Sie mindestens drei Jahre Berufserfahrung, davon mindestens zwei Jahre in der Wirtschaftsprüfung – mit einer Tätigkeit von mindestens 53 Prüfungswochen. Sie starten als Prüfungsassistent:in und übernehmen später die Rolle als Prüfungsleiter:in. In dieser Zeit lernen Sie:
- Jahresabschlüsse zu analysieren
- Prüfungsberichte zu erstellen
- Mandant:innen zu beraten
- Verantwortung im Team zu übernehmen
Praktika und Werkstudierendenstellen während des Studiums sind ideal, um früh Einblicke zu gewinnen und Kontakte zu knüpfen.
Das WP-Examen ist staatlich geregelt und gilt als eines der anspruchsvollsten in Deutschland.
Es besteht aus:
- Sieben schriftlichen Klausuren in vier Prüfungsgebieten:
- Prüfungswesen, Unternehmensbewertung, Berufsrecht (2 Klausuren)
- Angewandte BWL/VWL (2 Klausuren)
- Wirtschaftsrecht (1 Klausur)
- Steuerrecht (2 Klausuren – entfällt bei bestandenem Steuerberaterexamen)
- Mündliche Prüfung mit Präsentation und Fachgespräch
Modularisierung: Die Module (Prüfungswesen, Angewandte BWL/VWL, Wirtschaftsrecht, Steuerrecht) können auf bis zu sechs Jahre verteilt werden. Die Reihenfolge der Module sowie die Termine können somit individuell und flexibel gestaltet werden. Sollten einzelne Module nicht bestanden werden, können sie in der Sechs-Jahres-Frist bis zu zweimal wiederholt werden.
Sonderwege: Es gibt einige Masterstudiengänge, bei denen Prüfungen im Examen angerechnet werden können. Diese ermöglichen eine Verkürzung der Ausbildung und bieten eine intensivere Vorbereitung auf die Berufspraxis.
Quelle: WPK
Nach bestandener Prüfung erfolgt die Bestellung durch die Wirtschaftsprüferkammer – damit sind Sie offiziell zugelassene:r Berufsträger:in.

Karrierewege & Spezialisierungen
Nach der Bestellung stehen Ihnen viele Wege offen:
- Führungslaufbahn: Vom Prüfungsleiter:in bis zur Partnerin bzw. zum Partner.
- Spezialisierung: z. B. auf Unternehmensbewertung, IT-Prüfung oder Nachhaltigkeitsberichterstattung.
- Wechsel in die Industrie: Perspektiven in CFO- oder Controlling-Positionen.
- Selbstständigkeit: Auch der Weg in die eigene Kanzlei ist möglich.
Typische Arbeitgeber in der Wirtschaftsprüfung
- Große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (z. B. PwC, EY, KPMG, Deloitte)
- Mittelständische und spezialisierte Kanzleien und Unternehmen (z.B. Rödl & Partner, BDO oder Solidaris)
- Industrieunternehmen (z.B. Abteilung interne Revision/Rechnungswesen)
- Öffentlicher Sektor (z. B. Rechnungshöfe)
Drei Wege. Ein Anspruch.
Das Wirtschaftsprüferexamen ist herausfordernd, sowohl fachlich, mental und persönlich. Wie unterschiedlich dieser Weg aussehen kann, zeigen unsere Kolleg:innen. Was sie verbindet, ist der Rückhalt bei Solidaris und die Überzeugung, dass das Examen machbar ist, wenn man den Weg nicht allein geht.

Das Wirtschaftsprüferexamen ist eine Reise mit Höhen und Tiefen.
Es ist eine Zeit, in der man immer wieder an die eigenen Grenzen stößt, und manchmal darüber hinaus. Umso befreiender ist das Gefühl, wenn einzelne Module geschafft sind und sich der Einsatz auszahlt. Was diesen Weg leichter macht, ist der Rückhalt von Kolleginnen und Kollegen, die ihn bereits erfolgreich gegangen sind. Ihre Erfahrungen, ehrlichen Einblicke und individuellen Tipps geben Orientierung, Motivation und Zuversicht. Wenn andere diesen Weg gemeistert haben, könnt ihr das auch.
Tabea Lücke
Wirtschaftsprüferin und Teamleiterin

Das Examen war für mich ein bewusster Schritt, um Verantwortung zu übernehmen.
Schon nach meinem Praktikum 2004 war mir klar, dass ich nicht den klassischen Big‑Four‑Weg gehen möchte, sondern Verantwortung in einem Umfeld übernehmen will, in dem Zusammenarbeit und Haltung zählen. Das Examen war für mich ein bewusster Schritt, um Verantwortung zu übernehmen und beruflich meinen eigenen Weg zu gehen.
Besonders geprägt hat mich bei Solidaris der Zusammenhalt. Wir arbeiten nicht nach einer Up‑or‑Out‑Logik, sondern entwickeln uns gemeinsam weiter. Gerade während der Examensphase hat mir diese Kultur durch Freiräume, Förderung und Vertrauen Sicherheit gegeben.
Dieser Rückhalt ist bis heute spürbar und prägt meine Haltung als Führungskraft – besonders im Umgang mit Kolleg:innen auf dem Weg zum Examen.
Stefan Szük
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Geschäftsführender Partner

Das Examen ist fordernd, aber absolut machbar.
Der Wiedereinstieg ins Lernen nach einigen Jahren im Beruf war für mich eine echte Herausforderung, vor allem, weil ich mich erst wieder an einen intensiven Lernrhythmus gewöhnen musste. Besonders geholfen hat mir der enge Austausch mit Kolleg:innen, mit denen ich den Weg gemeinsam gegangen bin, sowie die großzügigen Freistellungsregelungen und die starke Unterstützung durch Solidaris. Mein Fazit: Das WP-Examen ist fordernd, aber absolut machbar. Insbesondere gelingt es, wenn man ein gutes Netzwerk und Rückhalt im Unternehmen und im privaten Umfeld hat.
Fabian Behrens
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner
Ihr Weg mit Solidaris
Als eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften für die Gesundheits- und Sozialwirtschaft begleiten wir Sie auf Ihrem Weg – vom Studium bis zur Bestellung als Wirtschaftsprüfer:in.
Was wir Ihnen bieten:
- Praktika & Werkstudierendenstellen: Schon im Studium können Sie Praxiserfahrung sammeln.
- Berufseinstieg mit Perspektive: Individuelle Entwicklung und gezielter Aufbau Ihres Know-hows.
- Examensvorbereitung: Freistellung sowie finanzielle Unterstützung.
- Langfristige Karrierechancen: Spannende Mandate, Aufstiegsmöglichkeiten, moderne Unternehmenskultur.
Starten Sie jetzt Ihre Karriere mit Solidaris – und gestalten Sie die Zukunft der Wirtschaftsprüfung aktiv mit!
Häufige Fragen – kurz und klar beantwortet
In der Regel dauert es sieben bis neun Jahre, je nach Studienmodell, Berufspraxis und Zeitpunkt des Examens. Die Dauer variiert, je nachdem, ob Sie ein duales Studium absolvieren oder direkt nach dem Bachelor ins Berufsleben einsteigen. Einige Studierende entscheiden sich auch für einen verkürzten Weg über spezielle Masterprogramme.
Das Examen ist herausfordernd, die Erfolgsquote liegt bei ca. 40 bis 50 %. Eine gründliche Vorbereitung ist daher entscheidend. Spezielle Vorbereitungskurse und Trainingsprogramme können hilfreich sein, um sich optimal auf die Prüfungen vorzubereiten.
Ja, viele angehenden Prüfer:innen bereiten sich neben dem Job vor – mit Unterstützung durch den Arbeitgeber (z. B. Freistellung, finanzielle Förderung, etc.). Dabei ist zu berücksichtigen, dass für die Vorbereitung sowohl Urlaub als auch Überstunden etc. eingesetzt werden müssen. Klassisch „nebenbei“ ist es jedoch kaum zu schaffen.
Wirtschaftsprüfer:innen müssen die Jahresabschlüsse der Mandanten unabhängig und unparteiisch bewerten. Zu der Arbeit gehören Sorgfalt, Genauigkeit und ein hohes Maß an Verantwortung. Schließlich müssen Mandanten darauf vertrauen können, dass die Beratung korrekt und die Prüfung gewissenhaft erfolgt ist.
Wirtschaftsprüfer:innen benötigen Zahlenverständnis und analytisches Denken. Ihre Kenntnisse müssen sie aber auch an ihre Mandanten verständlich kommunizieren können. Die Arbeit als Wirtschaftsprüfer:in ist fordernd und findet nicht immer von 9 to 5 oder im Homeoffice statt. Insofern sind lange Arbeitstage oder Dienstreisen keine Seltenheit.
Der Beruf passt gut zu Ihnen, wenn Sie
- ein Zahlenmensch sind
- gerne Verantwortung übernehmen
- auch mal die Nadel im Heuhaufen suchen
- kein Problem mit Dienstreisen haben
Weniger geeignet ist der Beruf, wenn Sie
- sich geregelte Arbeitszeiten wünschen
- lieber allein als im Team arbeiten
- keinen direkten Mandantenkontakt haben möchten
- sich nicht für wirtschaftliche Themen begeistern






